Monaco steht für dröhnende Motoren, Glücksspiel und Geldadel und lockt seit Jahrzehnten den internationalen Jetset in das kleine Fürstentum. Das Steuerparadies ist nicht gerade ein Urlaubsland für Gäste mit “normalem” Budget, denn Monaco ist exclusiv, teuer, abgehoben und laut.

Diese Vorurteile treffen aber in erster Linie auf die Sommermonate und die Zeit während des Formel 1 Grand Prix zu, in der Nebensaison gibt es im Fürstentum durchaus einiges zu entdecken.

Für Motorsportfans gibt es wohl nichts Aufregenderes, als einmal den Verlauf der Formel 1-Strecke zu Fuß zu erzwingen und sich so einen Eindruck vom Austragungsort des einzigartigen Rennspektakels zu machen.

Der Spaziergang beginnt am Casinoplatz, wo man am besten im Café de Paris noch schnell einen Cappuccino nippt, bevor es losgeht. Dieses Café befindet sich in legendärer Lage gegenüber dem Hotel de Paris, also ein perfekter Ort, um das Geschehen, die Leute und die tollen Sportwagen zu beobachten, die sich in Monaco das ganze Jahr tummeln.

Spaziert man von der ersten Mirabeau-Kurve über die Spitzkehre vom einstigen Hotel Loews zur zweiten Mirabeau-Kurve, so kann man nur schwer glauben, dass hier tatsächlich ein Formel-1-Rennen stattfinden kann. Im folgenden Tunnel können die Autos sogar bis zu 300 Stundenkilometer erreichen. Dieser befindet sich, genauso wie das berühmte Casino, im Stadtteil Monte-Carlo.

Nach dem Tunnel bekommt man einen atemberaubenden Blick auf den Hafen, in dem große Privatjachten keine Seltenheit sind. Nach der Hafenpromenade folgt die berühmte Racasse-Kurve, in der die Rennstrecke in einem Halbkreis um die Racasse-Bar führt. Im Anschluss folgt die Start-Ziel-Gerade, die eigentlich keine Gerade, sondern eine langgezogene Rechtskurve ist, an deren Ende mit der Sainte Devote eine weitere berühmte Kurve der Rennstrecke folgt. Ihr Ende nimmt die Runde mit dem Anstieg auf Beau Rivage und Massenet, bevor es zurück zum Casino geht.

Das Casino Monte-Carlo

Das Casino Monte-Carlo ist selbst schon eine Sehenswürdigkeit. Es wurde im Jahr 1863 von Charles Garnier erbaut, der gleiche Architekt, der auch die Pariser Oper errichtete. Das Atrium ist mit Marmor gefliest und wird von 28 ionischen Oyix-Kolonnen eingerahmt. Man gelangt durch das Atrium auch in den Opernsaal, der vollständig in Goldfarben und Rot gehalten ist und mit Skulpturen und einem Flachrelief dekoriert wurde.

Auf der Bühne des Casinos werden seit über hundert Jahren außergewöhnliche Ballettaufführungen, glanzvolle Konzerte und internationale lyrische Kreationen aufgeführt.

Das Monte-Carlo Casino selbst ist für Spieler ab 18 Jahren täglich ab 14:00 Uhr geöffnet und schließt erst, wenn der letzte Besucher den Spieltisch verlässt.

Der Grand Prix von Monaco

Der Grand Prix von Monaco gehört zu den angesehensten und ältesten Autorennen der Welt. Er wird auf einer Rennstrecke ausgetragen, die mitten durch die engen Straßen der Stadt führt, und wurde im Jahr 1929 vom Sohn des Automobilclub-Präsidenten Anthony Noghès entworfen, wobei Fürst Luis II von Monaco die Schirmherrschaft übernahm. Der Automobile Club de Monaco nimmt noch heute Wertungsprüfungen vor, wobei ein großes Augenmerk auf die Wahrung der Tradition gelegt wird.

Die Piloten müssen fast unmenschliche Leistungen vollbringen, um diesen technisch extrem anspruchsvollen Parcours zu meistern. Als Legende in die Geschichte des Grand Prix von Monaco ging der Rennfahrer Ayrton Senna ein, der dieses legendäre Rennen sechsmal gewann.